Noldor

Die Noldor sind die zweite Schar der Elben auf dem Weg von Cuiviénen nach Aman. Ihr Name bedeutet im Quenya „Die Weisen, die Gelehrten“, werden aber auch manchmal als die Hochelben oder die Verbannten bezeichnet.

Als Lieblingsschüler des Valar Aule sind die Noldor mythische Pioniere der technischen Intelligenz. Ihre höchsten Ziele waren nicht der praktische Nutzen und Beherrschung der Naturkräfte, sondern wollten sie Ilúvatar, dem Weltschöpfer gleichtun und Dinge von eigenem Leben erschaffen, besonders solche aus Erz und Stein. So erschufen sie die Silmaril, um die Schönheit der Schöpfungstage zu bewahren.

Die Noldor wohnten in Valinor in ihrer Stadt Tirion. Ihre Geistesart war rastlos, so fühlten sie sich bald eingeengt und spielten mit dem Gedanken nach Mittelerde zurückzukehren, um eigene Wege zu gehen. Melkor feuerte sie dazu geradezu an.

Der Sohn von Finwe, des ersten Königs der Noldor, ist Feanor, der Schöpfer der Silmaril. Feanor führte ohne auf die Drohungen der Valar zu achten die Noldor aus Aman nach Mittelerde, um Melkor, der ihm zuvor die drei Silmaril gestohlen hatte, zu bekriegen. Einzig und allein blieb Feanors Bruder Finarfin mit seiner engsten Gefolgschaft zurück.

Feanor und seine Söhne waren zu allem bereit. Um die Silmaril zurück zu gewinnen brachten sie ihre eigenen Verwandten, die Teleri, in Alqualonde um, um zu deren Schiffe zugelangen. In Mittelerde angekommen schlossen sie in zwei Schlachten Melkor in seine Festung Angband ein. Dieser Belagerungsgürtel, von Osten, Süden und Westen, hielt vierhundert Jahr lang stand. Während dieser Zeit gründeten die Noldor Königreiche: Fingolfin mit seinen und Finarfins Söhnen im Westen, Feanors Söhne im Osten. Am mächtigsten von allen waren Fingolfin in Hithlum, Finrod in Nargothrond und Turgon in Gondolin. Nach Feanors Tod wurde Fingolfin Hoher König der Noldor; anschließend seine Söhne Fingon und Turgon.

Die Sindar, die die Noldor in Beleriand trafen, trauten ihnen nicht. Als sie dann noch von dem Blutbad in Aqualonde erfuhren, erklärte König Thingol von Doriath die Sprache der Noldor für verächtet.

Die Menschenvölker aus dem Osten bekamen von den Noldor Land zu gewiesen, als Gegenleistung mussten sie für ihnen Kriegsdienst leisten.

Feanors Söhne sind in diesen langen Jahren nicht zum Ziel, der Zurückgewinnung der Silmaril, gekommen. Melkor, nun Morgoth genannt, befreite sich nach den zwei großen Schlachten, die Dagor Bragollach und die Nirnaeth Arnoediad, aus der Umklammerung. Feanors Söhne griffen stattdessen Doriath, das in den Besitz eines Silmarils durch Beren und Lúthien gekommen war, an.

Nach der Niederwerfung Morgoths am Ende des Ersten Zeitalters wurde den Noldor verzeihen, und sie durften nach Aman zurückkehren. Manche jedoch blieben in Mittelerde: Gil-galad, Fingons Sohn, regierte bis zum Ende des Zweiten Zeitalters die Elben von Lindon; und Celembrimbor, Feanors Enkel, schuf in Eregion die drei Ringe der Elben, um die Wunden der Zeit abzuwehren. Im dritten Zeitalter lebten manche der übrig gebliebenen Elben bei Elrond in Imladris/Bruchtal. Galadriel stattdessen, die älteste Noldor-Fürstin und Finarfins Tochter, hatte sich weit im Osten bei den Waldelben niedergelassen.

Die Sprache der Noldor, Quenya, wurde in ganz Mittelerde nur mehr von Gelehrten und bei feierlichen Anlässen gebraucht.

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